Darum stellte ich unseren Menschen stark und selbstbewusst dar, denn er wurde herabgewürdigt, verspottet, unterwürfig gebeugt, bescheiden und gutmütig. Ich wollte ihm das Bild eines starken und kühnen Menschen vor Augen führen, damit er zu sich kommt und die Brust zur Unbeugsamkeit erhebt.
Martin Benka gehört zu den bedeutendsten Vertretern der slowakischen bildenden Kunst des 20. Jahrhunderts. Sein Werk ist sowohl der Fachwelt als auch der breiten Öffentlichkeit bekannt, und seine Arbeiten zählen auf dem Kunstmarkt bis heute zu den meistverkauften und höchstbewerteten. Die Ausstellung konzentriert sich auf sein malerisches Schaffen und vermittelt den Besucherinnen und Besuchern seine eigenständige Bildsprache, die zur Grundlage der Formierung der modernen slowakischen Malerei wurde.
Leben und Werk Martin Benkas sind ein untrennbarer Bestandteil der slowakischen Kulturgeschichte. In seinen Arbeiten gelang es ihm auf einzigartige Weise, moderne künstlerische Tendenzen mit historisierenden Elementen zu verbinden, die die slowakische ländliche Gesellschaft idealisieren. Sein Ziel war nicht nur formale Innovation, sondern vor allem der Aufbau eines slowakischen Mythos – eines visuellen Bildes der Nation, das zu ihrer kulturellen und nationalen Verankerung beitragen sollte. Benkas Werke bieten somit nicht nur ein ästhetisches Erlebnis, sondern auch eine tiefgründige Botschaft über Fleiß, Stärke und Ausdauer des slowakischen Volkes.
Eine bedeutende Rolle in Benkas Schaffen spielt auch die Form. Sein künstlerischer Ausdruck entwickelte sich schrittweise von impressionistischen Anfängen hin zu einer spezifischen dekorativen Auffassung der Malerei, die Kunsthistoriker als sezessionistischen Dekorativismus bezeichnen. Dieser eigenständige Stil war auf unserem Gebiet wegweisend und beeinflusste maßgeblich die weitere Entwicklung der slowakischen bildenden Kunst.
Der Schöpfer des slowakischen Mythos in der Malerei
Martin Benka wurde im Dorf Kiripolec (heute Kostolište) in eine kinderreiche Familie geboren. Sein außergewöhnliches Talent zeigte sich bereits in früher Kindheit.
Er erlernte den Beruf des Anstreichers in Hodonín (1903–1906). Von 1906 bis 1909 arbeitete er als Malergeselle in Wien, wo er 1908 begann, das private Atelier von E. Neumann zu besuchen. In den Jahren 1909–1913 studierte er dank der Unterstützung des Schriftstellers J. Langner an der privaten Landschaftsmalschule von Alois Kalvoda in Prag.
1913 besuchte er erstmals Nordungarn, insbesondere die Region Orava (Veličná). In den Jahren 1910–1914 unternahm er mit Studenten der Kalvoda-Schule mehrere Studienreisen in die Umgebung von Křivoklát sowie in die Mährische Slowakei. 1914 erhielt er sein erstes Atelier in Prag; von 1915 bis 1918 lebte und arbeitete er in Miloňovice im Böhmerwald.
Seine erste Einzelausstellung hatte er 1915 in Rohatec. In der Slowakei stellte er sich erstmals 1920 im Rahmen des Vereins slowakischer Künstler vor. 1918 ließ er sich in Prag nieder, wo er bis 1939 lebte. Zwischen 1924 und 1936 unternahm er mehrere Studienreisen (Italien, Deutschland, Niederlande, Belgien, Frankreich, Marokko, Sowjetunion). Mehrfach stellte er auf der Biennale in Venedig aus (1926, 1934, 1942, 1954). 1937 nahm er an der Weltausstellung in Paris teil und erhielt dort für das Gemälde Landschaft aus Terchová die Silbermedaille. 1939 ließ er sich in Martin nieder. In den Jahren 1940–1941 leitete er als außerordentlicher Professor die Abteilung für Zeichnen und Malen an der Slowakischen Technischen Hochschule in Bratislava.
1958 zog er in ein vom Staat errichtetes Atelierhaus mit Bildergalerie in Martin um. Als Gegenleistung schenkte er dem Staat 1964 insgesamt 5.000 seiner Werke, die zur Grundlage des Bestandes des Martin-Benka-Museums in Martin (Teil des Slowakischen Nationalmuseums) wurden. In Kostolište wurde ein Gedenkraum des Malers eingerichtet. Martin Benka war Gründungsmitglied und Vorsitzender des Vereins slowakischer Künstler sowie der Kunstsektion der Matica slovenská in Martin. Er erhielt zahlreiche Auszeichnungen im In- und Ausland, wurde mit dem Orden der Republik geehrt und war der erste slowakische bildende Künstler, dem der Titel „Nationalkünstler“ verliehen wurde. Neben der Malerei widmete er sich auch der Grafik, der angewandten Grafik und der Illustration. 1958 veröffentlichte er seine Autobiografie in Buchform unter dem Titel Auf der Suche nach der Kunst.
Foto: TASR-Archiv, Fotograf Jaroslav Koláček, 23. September 1953 – 65. Geburtstag des akademischen Malers Martin Benka.
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