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Asot Haas – Resonare

Ich versuche, den Betrachter leicht aus dem Gleichgewicht zu bringen und ihm einen anderen Blickwinkel anzubieten.

Ašot Haas

Die Ausstellung Resonare von Ašot Haas in der Galerie Nedbalka erscheint dreizehn Jahre nach seiner Einzelausstellung Inside und markiert eine Rückkehr in einen Raum, den er einst selbst als autonomen visuellen Organismus in Form eines architektonischen Objekts geprägt hat – jenes zentralen, runden optischen Elements, das die ständige von der temporären Ausstellung trennt. Die aktuelle Schau knüpft an Prinzipien und Arbeitsweisen an, die er im Laufe von mehr als einem Jahrzehnt aktiven Schaffens entwickelt hat, und bringt neue Realisierungen, die von einem komplexer gewordenen Nachdenken über das Ausstellungserlebnis getragen werden.

Das aktuelle Ausstellungsprojekt Resonare ist als intimes Refugium konzipiert, das sich dem sommerlichen Rhythmus der Außenwelt entzieht. Die dunkle, konzentrierte Atmosphäre wird von Lichtakzenten durchbrochen, die sich in optischen Materialien brechen, pulsieren und reflektieren. Kühles weißes Licht, Rotationen und eine Schicht aus Umgebungsklängen wirken auf die Sinne ein und ziehen uns in ein Spiel aus Details und optischen Täuschungen, das sich mit jedem Schritt verändert. Technologische Innovation und ein zeitgemäßer Blick auf die Möglichkeiten der Kunst koexistieren dabei mit Geschichte und Kunstgeschichte.

Die Ausstellung präsentiert eine Gruppe neuer kinetischer Objekte, Lichtinstallationen und Reliefarbeiten, in denen der Künstler das Verhältnis zwischen Bewegung, Licht und optischer Illusion untersucht. Die einzelnen Werke verbinden präzise geometrische Prinzipien mit der fragilen Flüchtigkeit der visuellen Wahrnehmung und verwandeln den Raum in ein lebendiges, dynamisches Ambiente.

Ašot Haas gehört zu den wenigen slowakischen Bildenden Künstlern, die konsequent Objekte und Installationen aus einer Kombination von Glas, optischem Plexiglas, Spiegeln und verschiedenen anderen Materialien schaffen. Ein prägendes Element seines Werkes ist die Arbeit mit Licht und geometrischen Prinzipien, womit er organisch an die Tradition des Op-Art, des Minimalismus und der geometrischen Abstraktion anknüpft. Seine Arbeiten verbinden formale Wiederholung mit einem Gespür für klare, schlichte und zugleich eindrucksvolle – häufig symmetrische – Kompositionen, die mithilfe von Licht und optischen Illusionen die Stabilität von Wand- und Raumarbeiten unterwandern. Durch dynamische Kompositionen, statische Bewegung und den Einsatz kinetischer Elemente schafft er interaktive Situationen, die ein Gefühl sinnlicher Ungewissheit erzeugen.

Im Laufe von zwei Jahrzehnten aktivem Kunstschaffen hat Haas mehrere zentrale Herangehensweisen herausgebildet, die er beständig mit neuen Erkenntnissen fortschreibt. Sein Werk bewegt sich fließend zwischen Wand und Raum – von traditionelleren malerischen Positionen bis hin zu räumlichen Interventionen, Objekten und Installationen. Im Bereich der Wandarbeiten hat er sich von der klassischen Bildform mit Acryl oder Siebdruck hin zu Reliefformaten und maschinellem Farbauftrag entwickelt. Durch den Einsatz von Drucken auf Plexiglas vollzog er den Übergang zu Objektformen, die die traditionelle Leinwand bereits hinter sich lassen. Er arbeitet mit geschnittenen Schichten aus optischem Plexiglas, kombiniert diese mit LED-Licht und schneidet Spiegel sowie Edelstahl. Im Raum bewegt er sich souverän – von freistehenden Glas- und Lichtobjekten bis hin zu anspruchsvollen kinetischen Realisierungen, Laserprojektionen und komplexen, emotionalen Raumensembles.

Die thematische Ebene von Ašot Haas‘ Werk bewegt sich zwischen lyrischen Momenten und konkreten Motiven. Er beschäftigt sich seit Langem mit dem Paradox der statischen Bewegung, der Illusion der Verwandlung und dem Fließen von Energie; seine Arbeiten artikulieren das Bestreben, Unsichtbares sichtbar zu machen – physikalische Gesetze, Schwingungsfelder, Klang- und Lichtresonanzen, aber auch emotionale und symbolische Schichten. Ausgangspunkt der Arbeiten sind häufig wissenschaftliche Fakten und Prinzipien, die der Künstler schrittweise in metaphorische Ebenen überführt, die mit Bewusstsein, Verlangsamung, Spiritualität und Introspektion kommunizieren und zu einem kontemplativen Erlebnis führen. Neben abstrakten Themen finden sich in seinem Werk auch konkrete Inspirationsquellen wie das Universum und kosmische Körper, Geschichte, Architektur, Populärkultur, die Beobachtung grundlegender geometrischer Formen sowie die Dynamik von Explosionen.

Ašot Haas (1981, Moskau) lebt und arbeitet in Bratislava. Er studierte an der Hochschule für Bildende Künste Bratislava, wo er zwischen 2002 und 2007 nacheinander die Ateliers Industrial Design (Ferdinand Chrenka), Transport Design (Štefan Klein), Glas (Juraj Gavula) sowie Skulptur, Objekt und Installation (Juraj Meliš) durchlief. 2024 erhielt er den Preis Krištáľové krídlo (Kristallflügel) in der Kategorie Bildende Kunst, 2022 den Muse Creative Award, 2019 den ILDA Award und 2007 den Galeriepreis NOVA für Glas. Einzelausstellungen zeigte er u. a. in der Galerie Nová síň, Prag (2026), im Slowakischen Nationalmuseum, Bratislava (2023), in der Gal Gaon Gallery, Tel Aviv (2023), in der Incheba Expo Aréna, Bratislava (2021), in der Bellart Gallery, Wien (2020), in der Kunsthalle Košice (2019), in der DSC Gallery, Prag (2016), in der Galerie Nedbalka, Bratislava (2013), in der PGU, Žilina (2012) u. v. m. Werke von Ašot Haas befinden sich in zahlreichen privaten und öffentlichen Sammlungen (Oravská galéria, Galéria Nedbalka, ZOYA Gallery, Tatra Banka, J & T Banka u. a.). Weitere Informationen zum Künstler finden Sie unter https://asothaas.com/.

Kuratorische Führungen zur Ausstellung finden am 24. Juni und 5. August 2026 um 17:00 Uhr statt. Anmeldung unter spravca@nedbalka.sk.

 

Das Projekt wurde aus öffentlichen Mitteln gefördert.

 

 

Einige Dinge, die Sie nur live genießen können

Adresse

  • Galéria Nedbalka, n. o.
    Nedbalova ulica 17
    811 01 Bratislava
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Öffnungszeiten

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  • außer montags
  • 13.00 – 19.00
  • Offen

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